Offener Brief an alle Vereinsmitglieder und Eltern

Aus dem Vorstand

Offener Brief

An alle Vereinsmitglieder und Eltern
Vereinsleben bedeutet mehr als nur Sport

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Eltern,

Fußball begleitet mich schon seit vielen Jahren – nicht nur als persönliche Leidenschaft, sondern auch durch mein ehrenamtliches Engagement im Jugendfußball und den sportlichen Weg unserer drei Söhne. Von den ersten Schritten bei den jüngsten Kickern bis hin zum Aktivenbereich durfte ich miterleben, wie Kinder und Jugendliche durch den Fußball wachsen, Herausforderungen meistern, Freundschaften schließen und wichtige Erfahrungen fürs Leben sammeln. In all den Jahren habe ich viele schöne Momente erlebt, aber auch erfahren, wie viel Einsatz, Geduld und Überzeugung notwendig sind, um eine gute Grundlage für die Entwicklung junger Fußballerinnen und Fußballer zu schaffen.

Ein besonderer Meilenstein war für mich die Gründung unseres JFV Region Laufenburg. Dieses Vorhaben stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen und erforderte viel Engagement, Überzeugungskraft und den Willen, gemeinsam etwas Nachhaltiges für unsere Region zu schaffen. Umso mehr erfüllt es mich mit Stolz, als einer der Gründungsväter und weiterhin als Vorstandsmitglied Teil dieser Entwicklung zu sein und mich für die Zukunft des Jugendfußballs in unserer Region einsetzen zu dürfen.

Unser Verein lebt von der Begeisterung für den Fußball, von der Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen und vor allem von der Gemeinschaft, die uns alle miteinander verbindet. Damit diese Gemeinschaft funktioniert und unsere Kinder bestmöglich gefördert werden können, braucht es jedoch mehr als einen Mitgliedsantrag und den jährlichen Vereinsbeitrag. Es braucht Verständnis, Verlässlichkeit, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Wir sind ein Sportverein mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen das Fußballspielen beizubringen und sie sowohl sportlich als auch persönlich weiterzuentwickeln. Dazu gehören nicht nur die Trainingseinheiten, sondern auch Spiele, Turniere und das gesamte Miteinander auf und neben dem Platz.

Gerade im Kinderfußball lernen die jungen Spielerinnen und Spieler weit mehr als Pässe, Dribblings und Torschüsse. Sie lernen, mit Niederlagen umzugehen, Siege gemeinsam zu feiern, sich gegenseitig aufzumuntern, nach einem Foul wieder aufzustehen und dem Gegner die Hand zu reichen. Sie erfahren, was es bedeutet, Teil einer Mannschaft zu sein, füreinander einzustehen und gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Das Tragen des Vereinstrikots steht dabei symbolisch für etwas Größeres: das Gefühl, dazuzugehören und Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Diese Erfahrungen entstehen nicht allein im Training. Sie entwickeln sich vor allem durch regelmäßige Teilnahme, gemeinsame Spiele und Turniere sowie durch die Erlebnisse, die eine Mannschaft miteinander teilt. Wer regelmäßig dabei ist, kann sich sportlich weiterentwickeln, Selbstvertrauen aufbauen und soziale Bindungen stärken. Wer hingegen nur sporadisch teilnimmt, verpasst wichtige Lernschritte und gemeinsame Erfahrungen. Mit der Zeit kann es schwieriger werden, den Anschluss zu halten, und im ungünstigsten Fall geht die Freude am Sport verloren.

Natürlich wissen wir, dass der Alltag von Familien voll ist und nicht immer alles planbar ist. Krankheit, familiäre Verpflichtungen und andere wichtige Gründe können dazu führen, dass ein Training oder ein Turnier nicht besucht werden kann. Dafür sollte jeder Verständnis haben. Entscheidend ist jedoch die grundsätzliche Haltung: Die Teilnahme am Vereinsleben sollte nicht nur dann stattfinden, wenn es gerade bequem ist oder problemlos in den eigenen Zeitplan passt. Wer sich für einen Mannschaftssport entscheidet, übernimmt auch eine gewisse Verantwortung gegenüber der Mannschaft und den Menschen, die sich dafür engagieren.

Eine Vereinsmitgliedschaft ist mehr als ein Freizeitangebot für das eigene Kind oder eine Möglichkeit, den Familienalltag abwechslungsreicher zu gestalten. Sie ist Teil einer Gemeinschaft, die nur dann funktioniert, wenn alle sie mittragen.

Hinter unserem Verein stehen zahlreiche Menschen, die viel Zeit, Kraft und Herzblut investieren, damit der Sportbetrieb überhaupt möglich ist. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer kümmern sich um die Pflege und Instandhaltung der Sportanlage, halten Umkleiden und Duschen sauber, organisieren Materialien und sorgen dafür, dass Bälle, Trikots und Trainingsutensilien zur Verfügung stehen. Es müssen Anschaffungen geplant, Ausrüstung gepflegt, Veranstaltungen organisiert und unzählige Aufgaben erledigt werden, die im Hintergrund stattfinden und deshalb oft kaum wahrgenommen werden.

Auch unsere Trainerinnen und Trainer investieren weit mehr als nur die Zeit, die sie auf dem Platz verbringen. Sie planen Trainingseinheiten, überlegen sich passende Übungen, bereiten sich auf Spiele vor, begleiten die Kinder bei Erfolgen und Rückschlägen und nehmen sich regelmäßig Zeit für den Fußball, obwohl sie diese Zeit ebenso gut mit ihrer Familie, Freunden oder anderen Hobbys verbringen könnten. Auch die Organisation von Spielen, Turnieren und Fahrgemeinschaften gehört häufig dazu.

All das geschieht zum großen Teil ehrenamtlich – aus Überzeugung, aus Freude am Sport und aus dem Wunsch heraus, Kindern und Jugendlichen etwas mitzugeben.

Ein Sportverein ist keine kommerzielle Einrichtung, in der sämtliche Leistungen durch bezahlte Mitarbeiter erbracht werden können. Er lebt davon, dass Menschen bereit sind, sich einzubringen und füreinander da zu sein. Der jährliche Mitgliedsbeitrag ermöglicht zwar einen Teil des Sportbetriebs, deckt aber bei Weitem nicht alle Kosten, die durch den Trainings- und Spielbetrieb entstehen. Noch weniger kann er den zeitlichen Aufwand und das persönliche Engagement ersetzen, das so viele Menschen Woche für Woche investieren.

Deshalb sollte eine Mitgliedschaft auch mit einem gewissen Verständnis für die Gemeinschaft und der Bereitschaft verbunden sein, selbst einen Beitrag zu leisten. Das bedeutet nicht, dass jeder jederzeit verfügbar sein muss oder alle dieselben Aufgaben übernehmen können. Jeder hat unterschiedliche Möglichkeiten und Verpflichtungen. Aber jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen – sei es bei einer Vereinsveranstaltung, bei einem Arbeitseinsatz, bei der Organisation einer Fahrt oder durch die Unterstützung dort, wo gerade Hilfe benötigt wird.

Leider entsteht bei der Organisation von Veranstaltungen und bei der Suche nach Helferinnen und Helfern manchmal der Eindruck, dass die Verantwortung auf zu wenigen Schultern lastet. Wenn sich immer dieselben Menschen engagieren, während andere ausschließlich das Angebot nutzen, führt das auf Dauer zu Frustration und Überlastung. Das ist weder fair gegenüber den ehrenamtlich Tätigen noch nachhaltig für die Zukunft unseres Vereins.

Ein Verein kann nur so stark sein wie die Gemeinschaft, die hinter ihm steht. Es sollte nicht selbstverständlich sein, dass immer jemand anderes die Arbeit übernimmt. Vielmehr sollten wir uns alle fragen, was wir selbst dazu beitragen können, damit unser Verein weiterhin ein Ort bleibt, an dem Kinder und Jugendliche Sport treiben, Freundschaften schließen und wichtige Erfahrungen fürs Leben sammeln können.

Dabei geht es nicht darum, Druck auszuüben oder Eltern und Kinder zu überfordern. Es geht um gegenseitige Wertschätzung. Wer Zeit investiert, sollte Anerkennung erfahren. Wer Hilfe benötigt, sollte Unterstützung finden. Und wer die Möglichkeiten eines Vereins nutzt, sollte auch verstehen, dass dieses Angebot nur durch das Engagement vieler Menschen bestehen kann.

Wir wünschen uns, dass unsere Kinder nicht nur Fußball spielen lernen, sondern auch erleben, was Zusammenhalt, Fairness, Verlässlichkeit und Verantwortung bedeuten. Diese Werte lassen sich nicht allein durch Worte vermitteln. Kinder lernen vor allem durch das, was ihnen vorgelebt wird. Wenn sie sehen, dass Menschen füreinander einstehen, Aufgaben gemeinsam bewältigen und sich für eine Sache engagieren, nehmen sie diese Erfahrungen mit – weit über den Fußballplatz hinaus.

Lasst uns deshalb gemeinsam daran arbeiten, dass unser Verein nicht nur ein Ort für Training und Spiele ist, sondern eine echte Gemeinschaft, in der sich Kinder, Eltern, Trainer und Helfer gleichermaßen wohlfühlen und wertgeschätzt werden.

Jeder Beitrag zählt. Jede helfende Hand macht einen Unterschied. Und jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass unser Verein auch in Zukunft eine gute sportliche und soziale Heimat für unsere Kinder und Jugendlichen bleibt.

Denn am Ende geht es um mehr als Fußball. Es geht um unsere Kinder, unsere Gemeinschaft und die Zukunft unseres Vereins.

Vielen Dank an alle, die sich bereits mit viel Zeit, Einsatz und Herzblut für unseren Verein engagieren. Und ebenso vielen Dank an alle, die bereit sind, künftig einen Teil dazu beizutragen.

Gemeinsam sind wir JFV Region Laufenburg e.V.

Mit sportlichen Grüßen
Michael Rieple
Vorstand
JFV Region Laufenburg e.V.

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